Vortragsabend „Leben und Werk Rudolf Yelins“, mit Dr. Christa Birkenmaier

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Dienstag, 13. Oktober 2020, 19:00 Uhr, Leonhardskirche


Als ausgewiesene Yelin-Kennerin wird Dr. Christa Birkenmaier den Werdegang Yelins nachzeichnen und anhand von Bildern Einblicke in seine Arbeit (nicht nur) in Stuttgarter Kirchen geben.
Herzliche Einladung zu diesem Vortragsabend! Der Eintritt ist frei.

Eines der Motive des Emporenfrieses der Leonhardskirche © Leonhardsgemeinde

Im vergangenen Jahr brachte die Mössinger Kunsthistorikerin Dr. Christa Birkenmaier einen großen, aufwändig gestalteten Bildband zum Schaffen des Stuttgarter Wand- und Glasmalers Rudolf Yelin dem Jüngeren heraus. Er dokumentiert das facettenreiche Œuvre des Künstlers, der seinerzeit Aufträge für mehr als 100 Kirchen in Württemberg und darüber hinaus erhielt. Auch in Stuttgarter Kirchen sind Arbeiten Yelins zu bewundern, u. a. in der Leonhardskirche. Hier hat Yelin die Kanzel bemalt und die Frontseite der Empore.

Für Interessenten, die sich schon einmal mit den Motiven in unserer Kirche näher vertraut machen möchten, hier ein Passus aus oben genanntem Buch der Referentin:
„Rudolf Yelin hatte den Auftrag, die Kanzel und die Emporenbrüstung der nach Ihrer Kriegszerstörung wieder aufgebauten Leonhardskirche zu bemalen.  (…)  Die sechs Kassetten der Kanzel zieren Geschichten aus dem Leben Jesu und Gleichnisse: Die Heilung eines Kranken, der Fischzug des Petrus, das Motiv des guten Hirten des Sämanns und der klugen und der törichten Jungfrauen.
Die Empore bildet das Leben Jesu von der Verkündigung an Maria über Geburt, Taufe, Einzug in Jerusalem, Gefangenahme, Kreuzigung und Tod bis hin zur Auferstehung ab. Auch hier orientiert sich Yelin wieder am Aufbau des zweiten Glaubensartikel, doch er weitet ihn in zweierlei Richtungen aus: An der Stirnseite erscheint heilsgeschichtlich die Zukunft: Neben der Darstellung der Himmelfahrt Jesu taucht mit der Figur des schlüsseltragenden Petrus, die Kirche auf, die in Richtung des Zeitendes schaut, dort den drachentötenden Michael erblickt und eine „feste Burg“, in deren Tor Christi Kreuz leuchtet, eine Anspielung auf Joh 14,1 - 6 oder Offb 21,1- 5.


Mit diesen Motiven schliesst sich der Bogen, der in der allerersten Kassette links begonnen hat. Dort steht der Erzengel mit dem erhobenen Flammenschwert an der Paradiestür, zu seinen Füßen dieselbe Schlange, die er am Ende tötet.